Die Suche nach unserem Goldstück

Nachdem die Entscheidung für einen weiteren Nugget gefallen war, ging alles ziemlich schnell. Denn durch unsere langjährige Erfahrung mit dem Ford Nugget Baujahr 2003 war die individuelle „must-have“-Liste für den Nachfolger schnell aufs Papier gebracht: Der Neue sollte auf jeden Fall wieder den größten verfügbaren Motor besitzen, denn durch das Hochdach ist nur so ein vernünftiger und stressfreier Reiseschnitt von 120 bis 130 km/h möglich. Das neue angebotene Klappdach kam für uns übrigens nicht in Frage: Die immer verfügbare Stehhöhe im Wagen gepaart mit der besseren Geräusch- und Wärmeisolierung beim Campen wollten wir nicht missen. Das Thema Tiefgarage haben wir für uns längst abgehakt.

Optisch hat sich der Transit mit dem Custom stark verbessert.



 

Um auch in hektischen Situationen den Überblick zu bewahren, wollten wir unbedingt Parksensoren in den Stoßstangen haben. Außerdem sollte eine serienmäßige Rückfahrkamera dabei sein. Eine Nachrüstlösung kam für uns aus zwei Gründen nicht in Frage: Zum einen wollten wir kein zusätzliches Loch in die Außenhülle bohren. Und zum anderen bietet die werksseitige Kamera eine Einparkhilfe mit eingeblendeten Linienzügen an. So lässt sich die Parksituation in Abhängigkeit des Lenkeinschlages ganz gut abschätzen. So ganz nebenbei ist der Monitor der serienmäßigen Rückfahrkamera elegant in den Rückspiegel integriert. Ein zusätzlich montierter Monitor entfällt damit. Das klang für uns ideal. In unserem 2003er hatten wir eine Rückfahrkamera innen an die Heckscheibe geklebt. Eine Eigenbau-Lösung mit zwei Kameramodulen, die sich über Jahre hinweg bewährt hat. Ich vermute: Wer einmal eine Kamera an seinem Camper hatte, will nie wieder ohne fahren …

 

Außerdem brauchen wir eine Anhängerkupplung. Gelegentlich nutzen wir nämlich einen Lastenanhänger für größere Transporte und außerdem soll hier künftig ein stabiler Fahrradträger Platz nehmen.

 

Die übrigen Ausstattungswünsche wie die beheizbare Frontscheibe (sehr praktisch!!!) oder der ersehnte Tempomat sind beim Nugget ja bereits in der Serienausstattung enthalten. Von daher war unsere Wunschliste überschaubar.

 

Zu klären war eigentlich nur noch die Wagenfarbe. Die wollten wir bei einem Händler klären, der für uns auch als Verkäufer in Frage kam. Doch der Besuch beim „freundliche Ford-Händler“ in der weiteren Nachbarschaft verlief alles andere als erbaulich: An einem Samstagmorgen Mitte April trafen wir in der Nutzfahrzeug-Filiale einer großen schwäbischen Autohauskette ein. Im Schlepptau unsere Tochter, die die neue „Rakete“ am liebsten gleich ausprobieren wollte. Ebenfalls mit im Gepäck: Eine feste Kaufabsicht, denn wir dachten bei einem so großen Händler gut aufgehoben zu sein. Und das Beratungsgespräch sowie die Fahrzeugvorstellung verliefen eigentlich auch zufriedenstellend. Der Verkäufer hatte fünf Nuggets im Hof stehen, die alle mehr oder weniger für uns in Frage kamen. Doch die finale Frage nach dem Kaufpreis wollte uns der Herr im Anzug nicht beantworten. Der Verkäufer druckste herum und meinte schließlich: „Mailen Sie mir eine schriftliche Anfrage mit einem konkreten Farbwunsch, und ich machen Ihnen ein wirklich gutes Angebot“. Das war für uns okay und klang nachvollziehbar. So verblieben wir.


Noch im Verlauf des Samstag einigten wir uns auf „Polar Silber“ als Wagenfarbe und baten per Mail um ein Angebot. Schließlich wollten wir zügig vom alten auf den neuen Nugget umsteigen. Pfingsten war die erste größere Tour geplant. Bei dieser Gelegenheit kontaktierten wir auch noch zwei weitere Nugget-Händler per Mail. Der eine ist als Sponsor des Nugget-Forums aktiv, den anderen haben wir über www.mobile.de ausfindig gemacht. Alle drei erhielten exakt die gleichen Fahrzeugwünsche, die eigentlich ja nicht sonderlich exotisch waren.


 

 

Bereits am Sonntag (!) meldete sich der Forumssponsor mit einem konkreten, durchaus attraktiven Fahrzeugvorschlag. Leider hatte er keinen Nugget mit Rückfahrkamera ab Werk, so dass sein Angebot für uns nicht in Frage kam. Das zweite Angebot folgte am Montagvormittag aus dem Großraum Frankfurt. Von dem am Samstag besuchten Verkäufer gab es keine Rückmeldung. Also hakte ich telefonisch nach. Der Verkäufer selbst war nicht zu sprechen, das Angebot soll aber „umgehend“ folgen. Okay, dann eben noch etwas Geduld haben. Als am Dienstag immer noch kein Preis auf dem „Tisch“ lag, rief ich noch einmal an. Wieder wurde ich vertröstet, während die beiden anderen Händler sich bereits bei uns telefonisch erkundigten, ob die jeweils angebotenen Fahrzeuge für uns passen. Dem einen sagten wir mangels Rückfahrkamera schließlich ab. Den anderen baten wir noch um etwas Geduld, denn wir wollten den Neuwagen lieber in der Nähe kaufen. Man weiß ja nie, wie die Abwicklung im Garantiefall läuft. Doch auf das zugsicherte Angebot unserer bevorzugten Ford-Garage warten wir bis heute. Frei nach dem Motto „Achtung, Kunde droht mit Auftrag“ scheint man dort nicht sonderlich am Verkauf interessiert zu sein. Und so bekam der hessische Kollege den Zuschlag.

 

Nach ein paar kurzen Telefonaten kam schließlich der Kaufvertrag per Mail. Als weiteres Extra orderten wir noch die Garantieverlängerung auf 5 Jahre dazu – eine reine Bauchentscheidung. Außerdem wollten wir noch einen dritten Fahrzeugschlüssel ohne Funkteil – der Notschlüssel für alle Fälle. Und wir gönnten uns noch das Westfalia Teppich-Set für den Wohnraum. Das ist zwar viel zu teuer, aber sehr angenehm.


Und so fieberten wir schon nach wenigen Tagen der Fahrzeugübergabe entgegen.


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