Die Abholung - Abenteuer Neuwagenkauf

Die Begeisterung für den neuen Nugget erreichte gleich nach der Übernahme ihren Tiefpunkt ...


Die Zeichen standen nicht sonderlich gut: Die deutsche Bahn streikte, und entsprechend zäh gestaltete sich die Anreise zum rund zwei Zugstunden entfernten Händler. Beim Verkäufer angekommen war ich schon etwas unter Zeitdruck – keine gute Voraussetzung für eine Fahrzeugübergabe. Und dann ließ ich mich noch viel zu lange mit allgemeinem „Bla-Bla“ im Büro aufhalten, anstatt das Fahrzeug anzusehen. „Ich hole ein Neufahrzeug, was sollte da schief laufen“ - dachte ich.


Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits etwas unter Zeitdruck, denn am späteren Nachmittag hatte ich noch einen Termin … Also einmal ums Auto herumlaufen – alles okay. Die Inneneinrichtung erklären? Nicht nötig, ich kenne den Nugget ja seit langem. Eigentlich blieb keine Zeit mehr für einen ausführlichen Check der Funktionen des Wohnaufbaus. Die wichtigsten Funktionen wie Heizung und Kühlbox wollte ich dann aber doch prüfen. Doch ein Blick auf das Kontrollpanel ließ nichts Gutes erahnen: Wo eigentlich eine Anzeige sein sollte, nur gähnende Leere. Die Batterien des Aufbaus hatten überhaupt keine Spannung mehr. Der Verkäufer bestätigte mir das anstandslos auf dem Übergabeschein des Autos. Ich musste los, was sollte ich machen? Also fuhr ich ohne Funktionsprüfung vom Hof des Händlers.

Mir dämmerte: Der Wagen stand ja schon einige Zeit beim Händler – das wusste ich. Und leider bleibt bei einem Besichtigungstermin gelegentlich eine Lampe im Wohnraum an. Mit dem Ergebnis, dass die Batterien des Aufbaus tiefentladen werden. Ohne rechtzeitige Nachladung setzt dann die Sulfatierung der Bleiplatten in den Batterien ein und damit beginnt für die Akkus das Sterben.

 

Nach rund 200 km Fahrt zeigte das Westfalia-Bedienpanel immer noch nichts an. Auch nach drei Stunden Laden zuhause am 230-Volt-Netz rührte sich nichts. Der Fall war klar: Beide eigentlich neuen Batterien haben einen Totalschaden.

Totalschaden: Nach 200 km Fahrt und drei Stunden am 230-Volt-Netz zeigten die Bordbatterien gerade mal 5,2 Volt an.



Der erste Anruf beim Händler wurde mit Hinhalteparolen beantwortet: „Laden Sie doch noch mal eine Weile am 230-Volt-Netz, das wird schon!“. Doch ich hatte einen Neuwagen bezahlt. Mit neuen Batterien. Also blieb ich hartnäckig. Ich wollte Ersatz. Wieder wurde ich vertröstet, man müsse erst mit der eigenen Werkstatt Rücksprache halten. Nach dem ersten Wochenende ohne Fortschritte kam schließlich die Aufforderung, ich solle bei einem Ford-Händler in meiner Nähe die Akkus prüfen und dann auf Garantie ersetzen lassen.

 

Zu meiner Überraschung zeigte sich der neue Werkstatt in meiner Nähe sehr hilfsbereit – obwohl ich den Wagen ja nicht hier gekauft hatte. Man müsse zunächst die Akkus einem Testzyklus unterziehen, damit die Garantieabwicklung problemlos läuft. Das dauert zwei Tage. Danach werden die neuen Batterien umgehend bestellen. Naja, die Ersatzteillieferung von Westfalia dauerte dann auch noch mal drei Tage. Inklusive Einbau wartete ich schließlich eine Woche auf meinen Neuwagen.

Eigentlich hätte mir so ein Lapsus bei der Abholung nicht passieren dürfen!!! Darüber ärgerte ich mich selbst am meisten. Man sollte nicht unter Zeitdruck eine solche Übergabe durchführen. Aus dieser Erfahrung heraus habe ich mir ein paar Gedanken für eine Checkliste für die Fahrzeugübergabe notiert, die unter dem Link unten als pdf-Datei zum Herunterladen bereit steht. Vielleicht habt Ihr ja noch weitere Anregungen, um die Liste zu vervollständigen. Denn die Vorfreude auf das neue Freizeitmobil sollte nicht wie bei uns bei der Abholung auf den Nullpunkt sinken!

Download
Checkliste für die Fahrzeugübergabe.pdf
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Um eine umfassende Übergabe mit Funktionstest überhaupt erledigen zu können, sollte man den Verkäufer VOR der Abholung darauf hinweisen. Schließlilch muss er auch die Chance haben, das Fahrzeug entsprechend vorzubereiten. Um den Händler für eine ordentliche Übergabe zu „motivieren“ würde ich aus heutiger Sicht vereinbaren, dass ein Teil des Kaufpreises in bar bei mangelfreier Übergabe erfolgt. Im Falle eines Mangels – wie in unserem Fall – empfiehlt es sich, einen angemessenen Teil des Kaufpreises bis zur endgültigen Klärung/Reparatur zurückzuhalten.


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Kommentare: 1
  • #1

    Hans G. (Dienstag, 09 Juni 2015 06:05)

    EIne Liste zum Abhaken ist sicher eine gute Sache. Die sollte aber jeder für sich ergänzen. Außerdem fehlt beim Zubehör der Teppichboden beim FAhrer und Beifahrer. Der fehlte bei unserem Nugget bei der Übergabe anfangs. Der Verkäufer hat dann ganz großzügig den Teppich im Fahrerhaus als "Dreingabe" kostenlos dazu gelegt. Als Kunde wird man manchmal schon für sehr blöd gehalten...