Die erste Tour

 Naja, den Start in einen entspannten Urlaub habe ich mir etwas relaxter vorgestellt: Ursprünglich sollte es Samstag ab in die Südtiroler Alpen gehen. Nach einer dreitägigen Bergtour sollte die Tour weiter an den Gardasee führen. Doch der Austausch der  zerstörten Bordbatterien in unserem neuen Nugget (siehe Blog-Beitrag vom 7.5.15) dauerte länger als erwartet. Zwar legte sich unsere Werkstatt vor Ort wirklich ins Zeug, um den Termin zu halten, doch die Ersatzteile von Westfalia werden ganz offensichtlich nicht mit dem Übernacht-Service für Ford-Teile verschickt. 

Die erste Tour führte uns nach Manerba an das Südende des Gardasees.



Mit separater Post trödelten die am Montag bestellten Ersatzteile erst am Freitagvormittag bei unserer Werkstatt ein. Erst am darauf folgenden Freitagnachmittag – also fast eine Woche später und nur rund 12 Stunden vor der ursprünglich geplanten Abfahrt – war das Auto schließlich bereit zur Abholung. Und so ein steriler Neuwagen ist nun ja alles andere als ein reisefertiger Campingbus...

 

Das Einrichten und Einräume dauert doch seine Zeit. So beschlossen wir zähneknirschend, unsere Abreise um einen Tag zu verschieben. Sonntag in der Früh ging es dann endlich los in Richtung Süden. Und der Neue läuft mit seinen 155 PS wirklich prima – grins.

 

Während dem Relax-Teil unserer Tour am Südufer des Gardasees hatte ich endlich, endlich auch die Zeit, um unser neues „Familienmitglied“ etwas intensiver beschnuppern. Einfach mal ins Auto sitzen, in den Infomaterialien von Westfalia und Ford schmökern und dabei etwas Musik zu hören – herrlich. So fühlt sich „ankommen im neuen, mobilen Heim“ wirklich an.

Der kleine Unterschied: Die Mischbatterie am Waschbecken weist auf den Boiler hin.


Nun fand ich auch die Zeit, um mich mal etwas intensiver mit dem Warmwasserboiler auseinanderzusetzen. In unserem alten Nugget hatten wir standartmäßig nur Kaltwasser an der Spüle der Heckküche. Eigentlich war uns das Thema Warmwasser an Bord nicht wichtig. Wir wollten aber nicht auf einen bestellten Wagen warten, sondern möglichst zügig starten. Deshalb entschieden wir uns für einen bereits produzierten Nugget, der schon bei einem Händler stand. Und der hatte nun mal den Luxus der Warmwasserbereitung mit dabei.


Im Unterschied zu größeren, gasbeheizten Mobilen wird im Nugget das Wasser elektrisch erwärmt. Der 3-Liter-Boiler sitzt unter dem Kocherfeld im Fußraum der unteren Liegefläche.


Der von Elgena in München (www.elgena.de) produzierte Kleinboiler KB3 Kombi erlaubt den Betrieb mit 12 Volt aus dem Bordnetz oder mit 230 Volt Wechselspannung. Das 12-Volt-Heizelement wird mit einem Kontrollschalter an der Verkleidung über dem Kocherfeld bedient. Für die 230 Volt gibt es leider keinen separaten Schalter. Er lässt sich nur am Fehlerstrom-schalter (FI-Schalter) neben den Sicherungen unter dem Kocherfeld ein und ausschalten. Ist der FI-Schalter eingeschaltet, dann wird auch der Boiler beheizt, sobald an der Wagens mit 230 Volt versorgt wird, und der Thermostatat auf der Oberseite des Boilers eingeschaltet ist. Der Thermostat ist aber durch die Verkleidung an der Unteseite des Kochfeldes kaum zu erreichen.

Der Boiler reduziert die Höhe im Fußraum, doch das stört kaum - die verbleibende Höhe reicht noch aus.



Die weit oben liegende Steckdose ist  auch mit montierter Abdeckung erreichbar.


Doch irgendwie verweigerte unser Boiler an 230 Volt seinen Dienst. Mit Erinnerung an das Desaster mit den Bordbatterien bei der Auslieferung ahnte ich nichts Gutes. Und schraubte kurzerhand die Holzabdeckung oberhalb des Boilers ab. So lässt sich die Verkabelung prüfen. Der Fall war schnell gelöst: Der Gerätestecker des Boilers war überhaupt nicht eingesteckt. So konnte der 230-Volt-Betrieb natürlich nicht klappen...


Weshalb der Gerätestecker nicht bei der Auslieferung am vorgesehenen Platz war, erklärt auch das Westfalia-Handbuch nicht. Eine mögliche Begründung: Mit ausgestecktem Boiler ist das Heizelement vor Überhitzung geschützt, falls das Auto während längerer Standzeiten (zum Beispiel bei einem fürsorglichen Händler…) ohne Wesser im Boiler am 230-Volt-Netz nachgeladen wird. Ein Hinweis im Handbuch wäre hilfreich gewesen, denn die seitliche Aussparung in der Holzabdeckung über dem Warmwassergerät erlaubt durchaus den Stecker per Hand ein- und auszustecken. Das ist zwar nicht sonderlich komfortabel, aber es geht. Das würde auch das Fehlen eines eigenen Schalters für das 230-Volt-Heizelement erklären.


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Kommentare: 1
  • #1

    Jörn (Sonntag, 21 Juni 2015 20:05)

    Warmwasserboiler.... Als wirbzusammen unterwegs waren, gab es entweder nix oder für Dich nach dem Rennen "hot shower from the sun".