Der erste echte Wintereinsatz

Endlich Winter - der Nugget diente und als mobile Ski-Hütte - Luxus pur!!!


Erst Anfang Januar hatten wir endlich Gelegenheit, unseren Bus das erste Mal im Schneeeinsatz auszuprobieren. Unser Ziel: der Bayerische Wald. Hier gab es etwas Schnee und ein paar offene Lifte zum Skifahren. Auf der Anreise genoss ich einmal mehr den Komfort des Tempomats: Die Bedienelemente am Lenkrad lassen sich intuitiv nutzen und der kräftige 155 PS-Diesel hat auch mit voller Beladung kaum Mühe ein zügiges Reisetempo zu halten. Durch den Tempomat werden auch längere Fahrten spürbar angenehmer. Im Vergleich zu unserem alten Nugget ein echter Genuß!!!

 


Jetzt – nach fünf Tagen im Schnee – kann ich auch ein erstes Fazit zu den montierten Michelin Agilis Snow & Ice ziehen. So fielen uns besonders die sehr geringen Abrollgeräusche angenehm auf. Der Unterschied zwischen den Sommer- und den Winterreifen ist kaum zu hören. Auch das trägt zu einer entspannten Anreise bei. Auf Schnee zeigten die Michelins ebenfalls eine gute Performance, wenngleich der Schneeeinsatz bisher eher gemäßigt war: Nix Extremes, doch auch auf schneebedeckter Fahrbahn zogen die Pneus gut an. Sie haben eine gute Traktion und vermittlen ein gutes Fahrgefühl auf Schnee.

 

Die Michelin Agilis Snow & Ice in der Größe 215/65 R15 C überzeugten uns.



Im winterlichen Einsatz wird man auch die serienmäßige, beheizbare Frontscheibe schätzen lernen: Damit lässt sich eine beschlagene Scheibe zügig frei bekommen. Unser Bus verfügt darüber hinaus auch über beheizbare Außenspiegel. Leider sind nur die großen, oberen Spiegel beheizt. Der unten angebrachte Weitwinkelspiegel muss ohne Heizelement auskommen, was die Praxistauglichkeit spürbar einschränkt. Das ist besonders ägerlich, da wir die unteren Weitwinkelspiegel während der Fahrt eigentlich am meisten nutzen.

 

Die vor kurzem zum zweiten Mal auf Garantie ausgetauschten Wischermotoren funktionieren jetzt endlich einwandfrei – auch bei hohem Tempo. Sie bleiben zuverlässig auf der Frontscheibe und werden nicht mehr vom Fahrtwind nach außen über den Scheibenrand hinaus gedrückt.

Der Wasserrinne unter der Windschutz- scheibe fehlt links und rechts ein Ablauf.


Der im Nugget-Forum bereits heftig diskutierte Konstruktionsfehler bestätigte auch unsere jetzige Reise: Der Wasserablauf von der Windschutzscheibe in Richtung Motorraum ist nicht richtig abgedichtet, so dass Wasser auf die Bauteile im Motorraum tropft. Auch die erst ab dem Modelljahr 2015 serienmäßigen Innenkotflügel vermisse ich an unserem Bus: Der Schneematsch wird von der Rädern direkt auf Bauteile hinter dem vorderen Stoßfänger geschleudert.

 

Hier noch ein paar Fotos, die das Problem im Detail verdeutlichen:

 


Eine Abhilfe für den Wassereintritt in den Motorraum zu schaffen ist wegen der Gelenke/der Befestigung der Motorhaube nicht so einfach. Ein weiteres Problem ist der bereits vorhandene Wasserablauf der "Wasserrinne" am unteren Ende der Windschutztscheibe: Das Wasser wird in den "Blechbereich" der vorderen Kotflügel geleitet. Hier läuft es dann mehr oder weniger kontrolliert ins Radhaus. Beim Auftragen des Unterbodenschuzt im Sommer ist mir hier aber schon aufgefallen, dass sich hier Schutz in Form von Tannennadeln und Laub zwischen dem schmalen Wasserabläufen im Radhaus verklemmen.

Hier tropft das Wasser dann direkt in den Motorraum - einen Ablauf gibt es nicht.



Folge des fehlenden Ablaufs: eine ständig durchnässt die Schallschutzmatte.


Das kann auf Dauer nur bedeuten, dass sich hier im Laufe der Zeit "Schmutznester" ansammeln, die dann ständig feucht bleiben. Da diese "Schmutznester" zwischen dem Blechen sitzen ist der Rost dann nicht mehr all zu weit.

 

Das wird wohl eines der nächsten Projekte, die ich angehen möchte. Schließlich wollen wir unseren Nugget noch viele, viele Jahre fahren.

Im Bild links sieht man übrigens gut den Wasserschlauch, der in den "Blechberech" führt: Der dicke, horizontale Schlauch im oberen Bildbereich ist der Übertäter.


Linkes Radhaus: Das Spritzwasser und Schneematsch von den Reifen gelangen direkt auf die Stecker der Lampen.

Rechtes Radhaus: Auch hier befinden sich empfindliche Bauteile im direkten "Beschuss" durch die Reifen.


Der Batterie-Computer während die Standheizung uns einheizt.


Während unserer Skitage nutzen wir den Nugget als mobile Skihütte: In den Mittagspausen wärmten wir uns hier auf, kochten eine Kleinigkeit und genossen im Warmen einen heißen Tee. Die Standheizung lief dafür den ganzen Tag durch. Dabei registrierte der Batteriecomputer einen Stromverbrauch zwischen 0,7 und 1,2 A, so dass die Akkureserven auch bei anhaltendem Heizungseinsatz kaum strapaziert werden. Für eine zuverlässige Nachladung sorgte der montierte Lade-Booster vom Typ Mobil Technology MT BCB 20 von Büttner Elektronik:


Sobald der Motor läuft lädt der Lade-Booster die Aufbaubatterie mit bis zu 20 A nach, wobei er immer auch den momentanen Ladezustand sowie die Temperatur der Akkus berücksichtigt. Das schont die Akkus und ermöglicht gleichzeitig eine zuverlässige Vollladung. Das Solarmodul liefert jetzt im Winter praktisch keinen verwertbaren Ertrag, da es die Tage über oft auch mit Schnee bedeckt war.

 

Übernachtet haben wir allerdings nicht im Nugget: Mit vier Personen wäre das mit all den Ski-Sachen einfach zu eng.

 

Bei einer Winternutzung sollte man sich bereits vor der Abfahrt ein paar Gedanken dazu machen, wie man dem Wasser vom schmelzenden Schnee an den Schuhsohlen Herr wird. Auch wenn man die Schuhe noch so gründlich abklopft, es bleibt immer noch ein Rest Schnee übrig, der in der Wärme dann ruck zuck schmilzt. Und Wasser im Bodenaufbau des Campingbusses sollte man tunlichst vermeiden. Zur Vermeidung von Wasserschäden durch Schmelzwasser haben wir schon bei unserem alten Nugget auf zwei Komponenten gesetzt: Den Löwenanteil des Wassers nehmen flache Wannen auf.

 

Diese flachen, stabilen Schuhwannen gibt es für ein paar Euro im Baumarkt.



Diese Wannen werden üblicherweise im Haushalt zum Abstellen von Schuhen genutzt. Wir haben im Winter immer zwei, drei dieser Wannen im Auto, und fangen damit das Tauwasser zuverlässig auf. Man kann die ausgezogenen Schuhe darin abstellen, oder einfach eine der Wannen unter den Tisch stellen und mit den Schuhen an den Füßen direkt darauf treten. Für die wenigen Tropfen, welche trotz der Wannen dann doch ins Fahrzeug gelangen, haben wir den als Zubehör von Westfalia erhältlichen, passgenauen Teppichboden im Bus. Der nimmt das Wasser kurzfristig auf, und trocknet in Verbindung mit der Standheizung recht schnell wieder.


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