Erfahrungen zur Markise Fiamma F1 und dem Markisenvorzelt Fiamma Privcy Room

Unseren alten Nugget (Bj. 2003) rüsteten wir unmittelbar nach dem Kauf mit einer Markise von Fiamma aus. Da wir von unterschiedlichen Erfahrungen zum Thema „kurze“ oder „lange“ Markise hörten, wollten wir auf Nummer sicher gehen. Wir montierten deshalb die 2,60 m lange Standartversion. Leider gibt es die kurzen Markisen nur mit einem Auszug von 2 m. Das ist in der Praxis oft zu knapp. Aber wir fürchteten mit der 3 m langen Markise unangenehme Windgeräusche.

 


Bei den ersten Camping-Einsätzen mit dem neuen Schattenspender fiel auf, dass die serienmäßigen Befestigungspunkte am Hochdach des Westfalia-Ausbaus relativ niedrig liegen. Hier sind Gewindebuchsen in das GfK-Dach eingearbeitet, so dass die Montage sehr leicht gelingt. Um mehr Stehhöhe unter den Gelenkarmen zu bekommen, habe ich die Standartaufnahmen um 5 cm höhergelegt. Dazu montierte ich das mitgelieferte L-Profil (im Bild die Ziffer 2) der Markise zunächst auf eine 6 mm dicke Alu-Platte (im Bild die Ziffer 1). Zwischen L-Profil und der Alu-Platte stellten je vier Senkkopfschrauben mit M5-Gewinde eine sichere Verbindung her. Die Gewinde für die Schrauben wurden direkt in die 6 mm dicken Platten geschnitten.


Damit ist die Rückseite des L-Profil ausreichend verstärkt, um die Markise höher zu montieren, ohne dass sich die Markisenaufnahme verzieht. Durch die Höherlegung befindet sich die Unterkante der Kassette nun in 198 cm Höhe. Hoch genug, damit sich auch größere Personen unter den Gelenkarmen der Markise bewegen können, ohne mit dem Kopf gegen die Alu-Profile zu stoßen. Man sollte berücksichtigen, dass die Markise immer schräg steht, um eventuell anfallendes Regenwasser gefahrlos abzuleiten.


Der Umbau lässt sich mit relativ wenig Aufwand selbst erledigen. Die Markise wird danach wie gewohnt in das L-Profil eingehängt und lässt sich auch für den Winter einfach demontieren.

Nach zehn Jahren Einsatz zeigte die Fiamma-Markise deutliche Gebrauchsspuren. Zum einen blättert der Lack von den lackierten Kunststoffendkappen ab. Das schränkt die Funktion zwar nicht ein, ist jedoch nicht gerade ein optische Highlight ;-)


Die Funktion der Marksie war jedoch über alle die Jahre absolut problemlos und zuverlässig.


Zum anderen hatte sich schon nach relativ kurzer Zeit ein Loch in das Tuch gescheuert. Grund war offensichtlich ein Kunststoffteil, das im eingerollten Zustand an dieser Stelle am Sonnendach scheuerte. Da sich das Loch zum Glück am unteren Rand des Dachs befand, war das nicht weiter tragisch. Eine Reparatur einer solchen Beschädigung ist mit speziellen Flicken ohne große Mühe möglich.


Um den Wohnraum in unserem Bus zu vergrößern bestellten wir damals gleich den Fiamma Privacy Room zu dieser Markise dazu. Wir wollten so ein fest mit dem Bus verbundenes Vorzelt schaffen. In der Praxis hat sich diese Lösung leider nicht bewährt: Die Montage des Privacy Rooms gestaltete sich nach unserer Erfahrung als recht umständlich. Damit hätten wir uns noch abgefunden. Das größte Manko war jedoch die fehlende Schlechtwettereignung. Fiamma empfiehlt bei schlechtem Wetter die Markise samt Privacy Room abzubauen.


Naja, wir dachten, das sei eine übertriebene Vorsichtsmaßnahme des Herstellers. Allerdings sind wir auf einer Tour durch Belgien mit dem Vorzelt quasi abgesoffen: Es regnete die sprichwörtlichen Bindfäden. Trotz Zusatzverstrebung (Fiamma Rafter) unter dem Markisentuch konnten sich im Tuch Wassersäcke bilden. Erst durch eine einseitig sehr schräg gestelltes Markisentuch lief das Wasser zuverlässig ab. Der Privacy Room erlaubt aber eigentlich kein Schrägstellen der Markise, denn die Seitenteile sind auf feste Winkel zugeschnitten. Es half schließlich alles nichts, und während dem anhaltenden Regen bauten wir das Vorzelt ab. Die darin aufbewahrten Sachen (Kindersitze, Fahrradanhänger und Spielsachen für die Kinder) konnten wir noch in der Nacht bei hilfsbereiten Campingnachbarn im Caravan-Vorzelt unterstellen. Das war unsere Rettung, denn im Bus selbst wäre dafür kein Platz mehr gewesen.


Nach dieser Erfahrung wanderte das italienische Vorzelt ohne Umwege zu ebay…